Architektur und Geschichte

Das Gebäude entstand im Jahre 1926 als Kreisheim des XIV. Turnkreises der Deutschen Turnerschaft.
Entwurf und Ausführung des Baues oblagen der Firma Kern & Kunz.
Das Gebäude hat den Charakter einer vierflügeligen, geschlossenen Anlage. Das Ensemble befindet sich am Fuße des kleinen Fichtelberges.
Das markante Erscheinungsbild wird durch Nord-, Ost-, und Südflügel geprägt, wobei zwischen dem Nord- und Ostflügel ein massiv wirkender Turm mit oktogonalem Grundriss und pyramidalem Dach die Gebäudeecke betont. Steil geneigte Walmdächer mit Aufschiebling bekrönen die drei Flügel. Die ursprünglich vorhandenen Satteldachgauben wurden später zugunsten von durchlaufenden Schleppgauben verändert.
Die Materialien Stein, Holz und Schiefer bestimmen die Fassade, sie wurden in landestypischer Weise eingesetzt. Dem Zeitgeschmack entsprechend sind die Fassaden steinsichtig, nur das zweite Obergeschoss (Nord- und Ostflügel) ist mit Brettern und Deckleisten verkleidet.
Bemerkenswert ist der Gestaltungsreichtum beim Einsatz des Natursteins an den Fassaden.
Scheitrechte Bögen über den Fenstern, expressiv anmutende Mauerwerksstrukturen über den Lanzettfenstern des Eingangs und im Sturz- bzw. Brüstungsbereich der Fenster am Eckturm, sowie einzeln hervorstehende Natursteine verleihen dem Gebäude seinen unverwechselbaren und eigenwilligen Reiz. Im Inneren verbindet eine großzügige Treppenanlage die Geschosse. Die meisten Räumlichkeiten sind durch den Umbau in den 1980er Jahren geprägt.






Das Kreisheim wurde im 2. Weltkrieg als Lazarett und danach als Zentrale der WISMUT AG genutzt. Zu Beginn der 1980er Jahre erfolgte der Umbau zu einem Ferienhotel.
Bis zur Wende wurde das Hotel auch im Rahmen der jährlichen Kinder- und Jugendspartakiade als Pressezentrum genutzt. Viele erfolgreiche Sportler, die später Weltmeister oder Olympiasieger wurden haben hier neben Trainern und Jounalisten übernachtet.
Nach der Wende wurde das Hotel immer weniger genutzt, nur die gastronomischen Einrichtungen bleiben vor allem im Winter offen.
Die Immobilie wurde dann im Jahr 2000 an einen süddeutschen Investor verkauft, der die Immobilie zu einem Kur- und Sporthotel umbauen wollte. Zusätzlich sollten im hinteren Teil des Grundstücks Eigentumswohnungen entstehen. Dieses Vorhaben wurde aber nie umgesetzt, so dass vor allem die Gebäude immer mehr unter den Schäden am Dach und anderen teilen litt. Die Substanz drohte zu verfallen.

Im Herbst 2009 wurde die Immobilie dann gemeinsam von 4 Berliner Familien erworben, die zunächst die Gebäudesubstanz gesichert haben und schrittweise die Sanierung des Objektes vorantreiben.

Der Gebäudekomplex ist von hohem baugeschichtlichen Wert. In seiner Architektur verbinden sich landschaftstypische und expressionistische Stilformen. Er ist deshalb ein signifikantes Beispiel für das "moderne Bauen" in den 1920er Jahren im Erzgebirge.